SIPP-Veranstaltungen im Wintersemester 2016/17

Semesterbeginn: 24. Oktober 2016

Semestereröffnungsveranstaltung: 28. Oktober 2016

Winterferien: 17. Dezember 2016 bis 08. Januar 2017

Semesterferien Ostern: 01. bis 17. April 2017

Semesterende: 31. März 2017

Beginn des Sommersemesters 2017: 18. April 2017

Soweit nicht anders vermerkt, finden alle Veranstaltungen in unseren Institutsräumen in der Bleichstraße 14, 66111 Saarbrücken statt.

Aus- und Weiterbildungsprogramm Wintersemester 2016/2017 als PDF-Datei

Wir bitten um eine rechtzeitige und verbindliche Anmeldung, spätestens 14 Tage vor Seminarbeginn, sowohl bei der SeminarleiterIn als auch im Sekretariat, gerne per E-Mail.

Termine im Überblick

Datum Uhrzeit Seminar / Veranstaltung
<strong>Oktober</strong>    
21. 20.00 Einführung ins PEP-Web von Dr. Alf Gerlach
24. 20.00 Seminar Dr. Michael Rotmann
26. 20.00 Seminar Prof. Siegfried Zepf / Dietmar Seel
27. 20.00 Erstinterviewseminar Dr. Alf Gerlach
28. 18.00 Semestereröffnungsveranstaltung - Vortrag von Dr. Alf Gerlach
31. 20.00 Seminar Dr. Michael Rotmann
<strong>November</strong>    
02. 20.15 Seminar Patricia Lehnert
03. 20.00 Erstinterviewseminar Dr. Alf Gerlach
03. 20.00 Kasuistisch-technisches Seminar Prof. Rainer Krause
07. 20.00 Seminar Dr. Michael Rotmann
09. 20.00 Seminar Prof. Siegfried Zepf / Dietmar Seel
10. 20.00 Kasuistisch-technisches Seminar Dr. Alf Gerlach
10. 20.00 Erstinterviewseminar Ute Fissabre
14. 20.00 Seminar Dr. Michael Rotmann
16. 20.00 Seminar Prof. Siegfried Zepf / Dietmar Seel
17. 20.00 Kasuistisch-technisches Seminar Prof. Rainer Krause
17. 20.00 Erstinterviewseminar Ute Fissabre
19. 10-14.00 Seminar Ute Fissabre
21. 20.00 Seminar Dr. Michael Rotmann
23. 20.15 Seminar Patricia Lehnert
24. 20.00 Kasuistisch-technisches Seminar Dr. Alf Gerlach
26. 10-14.00 Seminar Ute Fissabre
28. 20.00 Seminar Dr. Michael Rotmann
30. 20.15 Seminar Patricia Lehnert
<strong>Dezember</strong>    
01. 20.00 Erstinterviewseminar Thomas Anstadt
01. 20.00 Kasuistisch-technisches Seminar Dr. Alf Gerlach
05. 20.00 Seminar Dr. Michael Rotmann
07. 20.15 Seminar Patricia Lehnert
08. 20.00 Erstinterviewseminar Thomas Anstadt
08. 20.15 Kasuistisch-technisches Seminar Ulrich Moldenhauer
09. 20.00 Vortrag Dr. Serge Frisch
10. 9.30 + 11.30 Supervision Dr. Serge Frisch
12. 20.00 Seminar Dr. Michael Rotmann
15. 20.15 Kasuistisch-technisches Seminar Ulrich Moldenhauer
<strong>Januar</strong>    
09. 20.00 Seminar Dr. Michael Rotmann
11. 20.00 Seminar Thomas Lehmann
12. 20.15 Sitzung des Unterrichtsausschusses
13. 20.00 Treffen für IPA-Kandidaten und Interessierte
16. 20.00 Seminar Dr. Michael Rotmann
18. 20.00 Seminar Thomas Lehmann
19. 20.15 DPG-Arbeitsgruppe
23. 20.00 Seminar Dr. Michael Rotmann
24. 20.15 Seminar Hanni Scheid-Gerlach / Dr. Katja Kruse
26. 20.15 Erstinterviewseminar Ulrich Moldenhauer
30. 20.00 Seminar Dr. Michael Rotmann
31. 20.15 Seminar Hanni Scheid-Gerlach / Dr. Katja Kruse
<strong>Februar</strong>    
02. 20.00 Erstinterviewseminar Hanni Scheid-Gerlach
02. 20.00 Kasuistisch-technisches Seminar Prof. Siegfried Zepf
07. 20.15 Seminar Hanni Scheid-Gerlach / Dr. Katja Kruse
09. 20.00 Erstinterviewseminar Hanni Scheid-Gerlach
09. 20.00 Kasuistisch-technisches Seminar Prof. Siegfried Zepf
14. 20.15 Seminar Hanni Scheid-Gerlach / Dr. Katja Kruse
15. 20.00 Seminar Isabelle Huppert
16. 20.00 Erstinterviewseminar Dr. Michael Rotmann
21. 20.15 Seminar Hanni Scheid-Gerlach / Dr. Katja Kruse
23. 20.00 Erstinterviewseminar Dr. Michael Rotmann
24. 20.00 Vortrag Prof. Rainer Krause
28. 20.15 Seminar Hanni Scheid-Gerlach / Dr. Katja Kruse
<strong>März</strong>    
02. 20.00 Erstinterviewseminar Prof. Rainer Krause
02. 20.00 Kasuistisch-technisches Seminar Dr. Michael Rotmann
07. 20.00 Seminar Isabelle Huppert
09. 20.00 Erstinterviewseminar Prof. Rainer Krause
14. 20.00 Seminar Isabelle Huppert
16. 20.00 Erstinterviewseminar Prof. Rainer Krause
16. 20.00 Kasuistisch-technisches Seminar Dr. Michael Rotmann
21. 20.00 Seminar Isabelle Huppert
23. 20.00 Erstinterviewseminar Prof. Siegfried Zepf
24. 20.00 Vortrag Dr. Herbert Will
25. 10-14.00 Supervision Dr. Herbert Will
28. 20.00 Seminar Isabelle Huppert
30. 20.00 Erstinterviewseminar Prof. Siegfried Zepf
30. 20.00 Kasuistisch-technisches Seminar Dr. Michael Rotmann

Erstinterviewseminar (B1)

Voraussetzung für die Teilnahme an diesem Seminar ist in der Regel die begonnene Lehranalyse. Eigene Erstinterviews können nach Absolvierung der Einführungsveranstaltung in die Erstinterviewtechnik durchgeführt werden. Der Erstgespräch-Bericht sollte jeweils eine Woche vor Besprechung im Seminar der DozentIn und den TeilnehmerInnen vorliegen.

Datum Uhrzeit DozentIn
<strong>Oktober</strong>    
27.10. 20.00 Dr. Alf Gerlach
<strong>November</strong>    
03.11. 20.00 Dr. Alf Gerlach
10.11. 20.00 Ute Fissabre
17.11. 20.00 Ute Fissabre
<strong>Dezember</strong>    
01.12. 20.00 Thomas Anstadt
08.12. 20.00 Thomas Anstadt
<strong>Januar</strong>    
26.01. 20.15 Ulrich Moldenhauer
<strong>Februar</strong>    
02.02. 20.00 Hanni Scheid-Gerlach
09.02. 20.00 Hanni Scheid-Gerlach
16.02. 20.00 Dr. Michael Rotmann
23.02. 20.00 Dr. Michael Rotmann
<strong>März</strong>    
02.03. 20.00 Prof. Rainer Krause
09.03. 20.00 Prof. Rainer Krause
23.03. 20.00 Prof. Siegfried Zepf
30.03. 20.00 Prof. Siegfried Zepf

Kasuistisch-Technisches Seminar (B3)

Veranstaltung für TeilnehmerInnen nach dem Zwischenkolloquium

Termin Uhrzeit DozentIn
<strong>November</strong>    
03.11. 20.00 Prof. Rainer Krause
10.11. 20.00 Dr. Alf Gerlach
17.11. 20.00 Prof. Rainer Krause
24.11. 20.00 Dr. Alf Gerlach
<strong>Dezember</strong>    
01.12. 20.00 Dr. Alf Gerlach
08.12. 20.15 Ulrich Moldenhauer
15.12. 20.15 Ulrich Moldenhauer
<strong>Februar</strong>    
02.02. 20.00 Prof. Siegfried Zepf
09.02 20.00 Prof. Siegfried Zepf
<strong>März</strong>    
02.03. 20.00 Dr. Michael Rotmann
16.03. 20.00 Dr. Michael Rotmann
30.03. 20.00 Dr. Michael Rotmann

Anstadt, T.: Traumwerkstatt (B3, IPV-Seminar)

Termine: einmal im Monat nach Absprache

Wir wollen uns zu jedem Termin mit einem Traum aus einer laufenden psychoanalytischen oder psychotherapeutischen Behandlung beschäftigen. Dabei gehen wir wie in den Traumseminaren von Morgenthaler zunächst nur vom manifesten Traum aus und versuchen, ohne weitere Informationen über formale und strukturelle Merkmale einen Zugang zu seinen Inhalten zu finden.

Inzwischen hat sich eine feste Gruppe gebildet. Besondere Vorkenntnisse sind nicht nötig. Wenn jemand hinzukommen möchte, so möge er zuvor mit dem Seminarleiter Kontakt aufnehmen.

Fissabre, U.: Einführung in das Konzept der ‚toten Mutter‘ von André Green - Teil 2 (A2.1, B3, B6, A2*, IPV-Seminar)

Samstag, 10.00 - 14.00 Uhr
Termine: 19. und 26.11.2016


André Green, französischer Psychoanalytiker, entwickelte in seinem Buch „Die tote Mutter“ „Psychoanalytische Studien zu Lebensnarzissmus und Todesnarzissmus“ u.a. das Konzept der „toten Mutter“. Dieses beschreibt nicht den realen Tod einer Mutter, sondern die Erfahrungen eines Kindes mit einer innerlich abwesenden, depressiv zurückgezogenen Mutter. Zur Veranschaulichung der aus dieser psychischen Konstellation resultierenden psychischen Defizite des Kindes spricht Green von den „psychischen Löchern“ einer „weißen Depression“ als Symbol des Zustandes der Leere. In diesem Seminar wollen wir uns weiter mit den Narzissmustheorien von Green und mit möglichen Auswirkungen dieser Kindheitserfahrungen auf die klinische Behandlungspraxis beschäftigen. Nachfolgend zu den bisherigen beiden Seminaren über die Postkleinianer und ihrer Konzepte in Bezug auf die Behandlung schwerer Persönlichkeitsstörungen sollen auch hier Theorien an die Hand gegeben werden, die helfen können, schwierige Zustände in Übertragung und Gegenübertragung besser zu mentalisieren und handzuhaben.

Das Seminar ist für alle gedacht, die schon Teil 1 zu Green gehört haben.

Zugrunde liegende Literatur, aus der ich einzelne Artikel als Kopien zur Verfügung stelle:

  • Dammann, G. (2014): ‚Desobjektalisierung: Theorie und Klinik eines Konzepts von André Green‘. Psyche – Z. Psychoanal. 68: 886-921
  • Green, André (2004): Die tote Mutter, Gießen (Psychosozial-Verlag). Kapitel 6 ‚Die tote Mutter‘.
  • Gurevich, H. (2012): Die Sprache der Abwesenheit in Psyche – Z. Psychoanal. 66: 1074-1101
  • Kreuzer-Haustein, U. (2015): ‚Chronisches Schweigen und Redekur‘. Psyche – Z. Psychoanal. 69: 685-713
  • Schmidthüsen, G. (2004): ‚Die Zeit steht still in rasender Eile. Eine psychoanalytische Einzelfallstudie zu frühem Trauma und Zeiterleben‘. Psyche – Z. Psychoanal. 58: 293-320

Huppert, I.: Psychodynamik der Abhängigkeit (A2.1, A2.1*)

Mittwoch, Dienstag, 20.00 – 21.30 Uhr
Termine: 15.02., 07.03., 14.03., 21.03. und 28.03.2017


In dem Seminar sollen die Formen der Sucht (stoffgebunden wie stoffungebunden) im Zusammenhang mit den verschiedenen psychodynamischen Ansätzen beleuchtet werden. Damit sind die gängigen Ansätze aus Triebpsychologie, Ich-Psychologie sowie Selbst- und Objektbeziehungstheorie gemeint. Hierbei soll die der Suchtsymptomatik inhärente Abwehrstruktur, der Abhängigkeitswunsch bei gleichzeitiger Abwehr desselben und dessen Bedeutung für den Abhängigen diskutiert werden. Dies geschieht anhand der gegebenen Literatur in Verbindung mit konkreten Fallbeispielen. Dabei werden vor allem die Übertragungs- wie Gegenübertragunsphänomene, die in der ambulanten wie stationären Behandlung eine große Rolle spielen, berücksichtigt.

Literatur:

  • Rost, Wolf-Detlef: Psychoanalyse des Alkoholismus. Stuttgart (Klett-Cotta) 1987.
  • Bilitza, Klaus W. & Heigl-Evers, Anneliese (1993): Suchtmittel als Objekt-Substitut. In: Bilitza, Klaus W. (Hg.): Suchttherapie und Sozialtherapie, Göttingen: Vandenhoek & Ruprecht, S. 158-184
  • Subowski, Peter: Störungen der Trieborganisation in der Suchtentwicklung. In: Bilitza, Klaus W. (Hg.): Psychodynamik der Sucht, , Göttingen: Vandenhoek & Ruprecht, S. 51-90
  • König, Karl: Störungen in der frühen Triangulierung und in der ödipalen Triade. In: Bilitza, Klaus W. (Hg.): Psychodynamik der Sucht, Göttingen: Vandenhoek & Ruprecht, S. 108-112
  • Hirsch, Matthias (1989): Körper und Nahrung als Objekte bei Anorexie und Bulimie. In Hirsch, Matthias (Hg.): Der eigene Körper als Objekt, Psychosozial-Verlag S. 221- 228
  • Krystal, Henry & Raskin, Herbert A. (1983): Drogensucht- Aspekte der Ich-Funktion, Göttingen: Vandenhoek & Ruprecht
  • Voigtel, Roland: Formen der Sucht. Forum der Psychoanalyse 16/2000, Heft 1, S. 16-44.
  • Voigtel, Roland: Die Überlassung an das unbelebte Objekt. Zur Diagnostik der Sucht. Psyche 8/1996, Heft 8, S. 715-741.
  • Vent, Peter: Spielsucht als Affektregulation. Stuttgart Klett-Cotta 1999.
  • Ebi, Agnes: Der ungeliebte Suchtpatient. Überlegungen zur Gegenübertragung und ihren Auswirkungen in der Behandlung Alkoholsüchtiger. Psyche 54/2000, Heft 6, S. 521-543.

Lehmann, T.: Das innere und das reale Kind - Schnittstellen zwischen Kinder- und Erwachsenenanalyse - Teil 2 (A1*, B6*, A1, B7)

Mittwoch, 20.00 – 21.30 Uhr
Termine: 11. und 18.01.2017


Im Seminar soll das Thema der bearbeiteten Texte aus dem vorherigen Semester anhand von Fallbeispielen und vereinzelter Literatur vertieft werden. Insbesondere die transgenerationale Perspektive, Wiederholungszwang im Familiennarrativ und die Betrachtung von Störungen im Lebenszyklus sollen in den Fokus genommen werden.

Literatur:

  • Erika Kittler: Wir drei im Gespensterschloss. In Kinderanalyse, April 2005,13. Jahrgang, Heft 2, pp 47-174. Klett-Cotta.
  • Jean Laplanche: Die rätselhaften Botschaften des Anderen. Zur Metapsychologie von Sexualität und Bindung: In: Martin Altmeyer/Helmut Thomä (hrsg.): Die vernetzte Seele. 2006. Klett-Cotta.
  • Marianne Leuzinger-Bohleber: Frühe Kindheit als Schicksal. Trauma, Embodiment, Soziale Integration. Psychoanalytische Perspektiven. 2009. Kohlhammer.

Lehnert, P.: Die Deutung in der Psychoanalyse (A12, B2, B6, A12*, B2*)

Mittwoch, 20.15 – 21.45 Uhr
Termine: 02.11., 23.11., 30.11. und 07.12.2016

Unter den Interventionsmöglichkeiten im psychoanalytischen Prozess nimmt die Deutung eine besondere Stellung ein. In diesem Seminar soll ein Überblick über die Entwicklung der Deutungskonzepte in den sich fortentwickelnden psychoanalytischen Methoden vermittelt werden. Der Zusammenhang zum Unbewussten, zu Abstinenz, freier Assoziation und gleichschwebender Aufmerksamkeit soll diskutiert werden. Abgrenzungen sowie Überschneidungen zu anderen psychoanalytischen Interventionen (wie Klarifikation, Konfrontation etc.) werden herausgearbeitet und können damit zu einem tieferen Verständnis der eigenen psychoanalytischen Haltung und Behandlungstechnik führen.

Die Teilnehmer des Seminars erhalten die Möglichkeit, durch gemeinsame Diskussion der vorgeschlagenen Texte über das Konzept Deutung zu reflektieren und ihre Haltung und Interventionen in den eigenen Behandlungsfällen klarer konzeptualisieren zu können. Es besteht die Möglichkeit, eigene Fallvignetten einzubringen, um damit das Verständnis über die Unterschiedlichkeit der Interventionsmöglichkeiten zu vertiefen.

Literatur, die ich in Auszügen an die TeilnehmerInnen verschicke:

  • Freud, S. (1904) Die Freudsche psychoanalytische Methode. GW 5, S.3 -10 oder SA Ergänzungsband, S.99-106.
  • Greenson, R.R. (1967) Technik und Praxis der Psychoanalyse. Klett Cotta, Stuttgart.
  • Körner, J. (2015) Die Deutung in der Psychoanalyse. Kohlhammer, Stuttgart.
  • Laplanche, J./Pontalis, J.-B. (1972[1967]) Das Vokabular der Psychoanalyse. Suhrkamp, Frankfurt a. M.
  • Mertens, W., Waldvogel, B. (2008) Handbuch psychoanalytischer Grundbegriffe. Kohlhammer, Stuttgart.
  • Sandler, J. / Dare, C. / Holder, A. (1973) Die Grundbegriffe der psychoanalytischen Therapie. Klett Cotta, Stuttgart.

Rotmann, M.: Unbewusst - Theorie und Klinik (A2, B6, A11*, IPV-Seminar)

Montag, 20.00 – 21.30 Uhr
Termine: 24., 31. 10., 07., 14., 21., 28.11., 05. und 12.12.2016


D a s Unbewusste gibt es nicht. Der substantivische Gebrauch verträgt sich nicht mit dem strukturlosen, zeitlosen, halluzinationsfähigen, logisch nicht fasslichen, ahistorischen und konzeptlosen Konzept, ohne Lokalität (weshalb „unterbewusst“ kein analytischer Begriff wurde). Somit war „unbewusst“ mit seinen in sich widersprüchlichen Seelenvorgängen für Freud nur in physikochemischen (der Metapsychologie), aber nicht in menschlichen Begriffen erfassbar, die aber doch, in Verbindung mit Triebvorgängen, an der Wurzel nicht nur der neurotischen Entwicklung vermutet werden. Im Sinne von Roy Schafers Handlungssprache, ähnlich bei Loewald, kann daher unbewusst sinnvollerweise nur verbal oder adverbial benutzt werden. Wegen des Wirkens emotionaler Kräfte sprechen wir vom dynamischen Unbewussten. Es zählt zu den Widersprüchen, dass wir von ubw Affekten z.B. Angst als einem ubw Inhalt (Sandler) sprechen, die wir zu analysieren versuchen, oder dass der Traum unbewusst „nur angestoßen“ wird, keine 1:1 Übersetzung ubw Inhalte darstellt, doch zur Realität gehört (Winnicott). Die psychoanalytische Behandlungskunst muss irgendwie konzeptuell und im klinischen Umgang mit dem Analysanden versuchen, diese rätselhaften Gebilde oder Vorgänge in den verstehenden Griff zu bekommen. So werden wir Literatur lesen, die sich, mit Sigmund Freud beginnend, dem Begriff unbewusster Vorgänge annähern.

Für den Ablauf des Seminars ergibt sich zu Beginn ein klinisches Vorgehen, von einer psychoanalytischen Behandlungsstunde oder einem Traum auszugehen. Der manifeste und bewusste Inhalt will über seine vielfältigen Anspielungen auf seinen latenten, unbewussten Inhalt erraten, ergründet, und vermutet werden. Der Psychoanalytiker hört demnach immer gleichzeitig auf zwei Diskurse und lernt, diese Paradoxie nicht nur zu ertragen, sondern zu meistern und zu schätzen. Was kann uns alles helfen Unbewusstes zugänglich und bewusst zu machen? Literatur zur Theorie unbewusster Vorgänge schließt sich an.

Lektüre des ersten Abends: Obige Einführung und Freud 1900.

Literatur:

  • Freud, S. (1900): Die Traumdeutung: VII: Zur Psychologie der Traumvorgänge: Kapitel „F Das Unbewußte und das Bewußtsein – Die Realität“, Stud. Bd. 2, 577 – 591.
  • Freud, S. (1904): Die Freudsche Psychoanalytische Methode, Stud. Ergänzungsband. S. 99 ff
  • Freud, S. (1915): Das Unbewußte, Stud. Bd. 3, S. 119 ff (in Auszügen). Dazu: Alternative zur mechanischen Sprache der Metapsychologie:
  • Schafer, Roy (1976): A New Language for Psychoanalysis (Action Language): 9-11; 103-112; 234-245; 271-286. (Kopien im Sekretariat)
  • Freud, S. (1940): Die Psychoanalytische Technik (6. Kapitel aus „Abriß der Psychoanalyse“, Stud. Erg. , S. 407 – 421.
  • Freeman-Sharpe, Ella (1930): Papers on Technique: The Dynamics of the Method: The Transference; 53-66. (Kopien im Sekretariat)
  • Greenson, R. (1967). The Technique and Practice of Psychoanalysis. 2.62 The Demonstration of Resistance (making conscious), p.101-104; Understanding the Unconscious, 4.211, p 363-372. Auch auf Deutsch.
  • Etchegoyen, R.H. (1999): Fundamentals of Psychoanalytic Technique. Chapter six: The psychoanalytic contract – Der psychoanalytische Vertrag. S 60-73 (Kopien im Sekretariat)
  • Thomä, H. Die Gegenübertragung (die Klinik beidseitiger ubw Vorgänge): Psychoanalytische Theorie, Grundlagen, Springer, Heidelberg, 2006, Kapitel 3, S. 98 -118. (Kopien im Sekretariat)
  • Hock, Udo: (2013): Einblicke aus Frankreich. Eine metapsychologische Studie zum Unbewussten und seine Repräsentanzen, PSYCHE, 67, 931-961. (Kopien im Sekretariat)
  • LaFarge, Lucy, (2014): Psychoanalytic Controversy: How and why unconscious phan tasy and transference are defining features of psychoanalytic practice. Comments by M Feldman, D.B. Stern and rejoinder by L.LaFarge, Int. J. Psa. 95:1265-1278. (Kopien im Sekretariat)

Rotmann, M. unter Mitarbeit von Lehnert, P.: Fallbericht und Abschlussbericht – Zum Dilemma des analytischen Schriftstellers (A10, B1, A2*, IPV-Seminar)

Montag, 20.00 – 21.30 Uhr
Termine: 09., 16., 23. und 30.01.2017


Am 3. Abend, 23. 01. 2017, berichtet Frau Lehnert über ihren Abschlussbericht.

Der Bericht an den Gutachter in der Richtlinienpsychotherapie ist einfach. Alles, was wir neben der Symptomatik an bewusster Lebensgeschichte des Patienten erfahren haben, nehmen wir in Verbindung mit den uns passenden psychoanalytischen Theorien als die Wahrheit seines psychischen Lebens. Tatsächlich ist jedoch zu unserem Kummer viel davon durch Abwehr schwer auffindbar entstellt. „Unsere Kindheitserinnerungen zeigen uns die ersten Lebensjahre, nicht wie sie waren, sondern wie sie späteren Erweckungszeiten erschienen sind“ (Sigmund Freud).

Die Psychoanalyse ist anspruchsvoller und will vornehmlich unbewusste Konflikte vermittels der unbewussten Übertragung und der ebenfalls unbewussten Gegenübertragung fühl- und sichtbar werden lassen. Die Aufgabe allerdings, „einem Dritten auf überzeugende Weise zu vermitteln, wie man das Unbewusste eines anderen Menschen versteht, wird von vielen als unlösbar angesehen“ (David Tuckett). „Wenn wir eine wissenschaftliche Mitteilung machen wollen, werden wir auch ein Kunstwerk erschaffen müssen“ (Bion), Der psychoanalytische Schriftsteller ist unvermeidbar in der paradoxen Situation, dass jede, so auch die analytische Erfahrung nicht in Worten zu uns kommt. „Analytische Erfahrung (die weder in Worten, noch schriftlich mitgeteilt werden kann) muss in eine Fiktion (eine imaginative Umformung der Erfahrung in Worte) umgewandelt werden, um dem Leser etwas von der Wahrheit der emotionalen Erfahrung zu vermitteln, die der Analytiker mit seinem Patienten hatte“. (Thomas Ogden).

Was folgt daraus? Der Bericht über eine Analyse wird am ehesten gewinnen, wenn Sie sich vom ersten Kontakt mit dem Analysanden an auf das Hin und Her Ihrer beider Beziehung, also der emotionalen Erfahrung miteinander, und auf Veränderungen beim Analysanden konzentrieren. Dabei ist dem Erstinterview mit allen seinen Umständen besondere Beachtung zu widmen. Das ist wichtiger als alle Stories aus der Kindheit. D.h. den Bericht grundsätzlich vom inneren Erleben und emotionalem Austausch mit dem Analysanden her zu formulieren, auf der Grundlage des Ahnens und Erratens der Übertragung (Freud) und weniger von äußeren, nur bewussten Aspekten. Es lohnt sich dabei im Auge zu behalten, dass bei jeder öffentlichen Darstellung Ihrer Arbeit Sie am meisten über diese Erfahrung wissen, gleichgültig, welche zusätzlichen Aspekte Sie im Augenblick übersehen haben mögen.

Lektüre des ersten Abends: Obige Einleitung, Schafer, Freud, Ogden: S. 15 – 22.

 

Literatur: (alle Kopien im Sekretariat)

  • Schafer, Roy (1983): Retelling a life. Basic Books. Seiten 32-35; dazu: Freud, Sigmund (1899): Über Deckerinnerungen. Seiten 553 – 554
  • Ogden, Thomas (2005): On psychoanalytic writing. Int J Psychoanal. 86: 15- 29
  • Ferro, Antonino (2005): Four sessions with Lisa. Int J Psychoanal. 86: 1247-56
  • Tuckett, David ( 2007) : Wie können Fälle in der Psychoanalyse verglichen und diskutiert werden? Implikationen für künftige Standards der klinischen Arbeit. Psyche, 61 1042- 1071
  • Rolland, Jean-Claude (2006): A young women´s distress. Int J Psychoanal. 87, 1433-1432
  • Norman Johan, Salomonsson, Björn (2005) „Weaving thoughts“. Int J Psychoanal 86, 1281 -1298. Deutsche Übersetzung

Scheid-Gerlach, H., Kruse, K.: Grundlagen der psychoanalytischen Entwicklungspsychologie Teil 1 (A1, A1*)

Dienstag, 20.15 – 21.45 Uhr
Termine: 24.01., 31.01., 7.02., 14.02., 21.02. und 28.02.2017


In diesem auf vier Semester angelegten Seminar werden wir gemeinsam mit den Teilnehmer/innen die Grundlagen der psa Entwicklungspsychologie erarbeiten. Die TN sollen eine ganzheitliche Idee der kindlichen Entwicklung bekommen, die es ihnen am Ende der Seminarreihe erlaubt, Rückschlüsse auf Störungsbilder, Fixierungspunkte zu ziehen und die Tragweite disharmonischer Entwicklungsverläufe und gravierender Einschnitte zu erfassen. Dies hebt die Bedeutung guter Kenntnisse in pa Entwicklungspsychologie für das Verständnis der Patient/innen und vor allem für die Diagnostik hervor.
Im ersten Semester werden wir uns zunächst mit den grundlegenden Ideen, Vorstellungen und Erkenntnissen der psychoanalytischen Entwicklungspsychologie befassen. Davon ausgehend wird das pränatale Erleben sowie die Entwicklung in der oralen und oral-sadistischen Phase betrachtet.
Die Bereitschaft der TN zur Übernahme von Impulsreferaten wird erwartet. Die Kenntnis von Freuds „Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie“ wird vorausgesetzt. Dieser Text soll am ersten Abend besprochen werden können.

Literatur:

  • Dornes, M.: „Der kompetente Säugling. Die präverbale Entwicklung des Menschen“, Fischer Verlag, Frankfurt a.M., 2004
  • Freud, S.: „Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie (1905)“, in: Freud, Sigmund; Studienausgabe Band V, „Sexualleben“, Fischer Verlag, Frankfurt a. M., 1982, S. 37 – 145
  • Freud , A.: „3. Die normale Kinderentwicklung. Maßstäbe und Beurteilung“, in: Die Schriften der Anna Freud, Band VIII 1965, „Wege und Irrwege in der Kinderentwicklung“; Fischer Verlag, Frankfurt a.M., 1987, S. 2175 – 2226
  • Fonagy, P./Target, M.: „4.1. Anna Freuds Entwicklungsmodell“, in: Fonagy,P./Target,M.: „Psychoanalyse und die Psychopathologie der Entwicklung“, Verlag Klett-Cotta, Stuttgart, 2006, S. 106 - 128
  • Janus, L.: „Die Psychoanalyse der vorgeburtlichen Lebenszeit und der Geburt“, Psychosozial-Verlag, Gießen, 2000
  • Mertens, W.: „Entwicklung der Psychosexualität und der Geschlechtsidentität“, Band I, Verlag W. Kohlhammer, 1997, S. 9 – 82 - Stern, D.: „Die Lebenserfahrung des Säuglings“, Verlag Klett-Cotta, Stuttgart, 2010
  • Tyson,P./Tyson, R.L.: „Lehrbuch der psychoanalytischen Entwicklungspsychologie“, Verlag W. Kohlhammer, 2001

Pop, Chr.: Psychoanalytische Filmbesprechungen (A1)

Termin: nach Absprache

Das Seminar wird auf Nachfrage angeboten. InteressentInnen möchten sich bitte per E-Mail direkt an Frau Pop wenden.

Zepf, S, Seel, D.: Freuds Das Unbehagen in der Kultur – nochmals betrachtet. (A1, A2, A1*, A2*, IPV Seminar)

Mittwoch, 20.00 – 21.30 Uhr
Termine: 26.10., 09. und 16.11.2016


Freuds Kulturtheorie wird befragt, ob sie geeignet ist, die postulierte gesellschaftliche Verursachung der Neurosen nachzuweisen. Kenntnis der Texte Freuds wird vorausgesetzt. Zu Beginn werden beide Texte nochmals zusammenfassend referiert und Freuds biographische Situation wird dargestellt, in der sie entstanden sind. Danach werden die Annahmen, die Freuds Kulturtheorie zugrunde liegen, wie auch die Argumente kritisch diskutiert, die Freud gegen den historischen Materialismus vorträgt.

Literatur:

 

  • Freud, S. (1927c). Die Zukunft einer Illusion. GW14, 323–380.
  • Freud, S. (1930a). Das Unbehagen in der Kultur. GW 14, 419–506.

Bitte melden Sie sich bis zum 15.10.2016 per E-Mail bei Prof. Zepf an.