
Im Rahmen der Veranstaltungsreihe wird Frau Dipl. Psych. Christine Pop den Film
"The Game"
von David Fincher, 1997
am Mittwoch, 13.1.2010, 20.00 Uhr
im Filmhaus Saarbrücken, Mainzer Strasse 8
vorstellen und aus psychoanalytischer Perspektive die Darstellung des Veränderungsprozesses im Protagonisten des Films, aber auch die im Zuschauer möglicherweise induzierten Prozesse ansprechen und verständlich machen. Im Anschluss daran besteht wie immer die Möglichkeit zum Austausch und zur Diskussion.

Im Rahmen der Reihe wird Herr Dr.med. Ludwig Janus, Heidelberg, den Film
Matrix von Larry und Andy Wachowski
Sonntag, 11.Oktober 2009, 16:00 Uhr,
im Filmhaus Saarbrücken, Mainzer Strasse 8
vorstellen.
Der Film "Matrix" aus dem Jahr 1999 war einer der erfolgreichsten des Jahres. Er erhielt vier Oscars. Die Regisseure Larry und Andy Wachowsky schufen mit diesem Film eine neue Handlungsdynamik in den virtuellen Welten des Cyberspace. Die psychologischen Themen sind Individuationswege und Individuationsprobleme der heutigen Generation, die unter prägendem Einfluss von Computerspielen und Internet aufgewachsen ist. Psychoanalytisch orientierte Interpretation ermöglicht eine Reflexion dieser Themen.

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe wird Herr PD Dr. med. Dipl. Soz. Alf Gerlach den Film vorstelle
"Spider" von Regisseur David Cronenberg,
Filmhaus Saarbrücken: am Mittwoch, 17.06.2009, 20:00h
"Spider", der 2002 erschienene Film des kanadischen Regisseurs DavidCronenberg, konfrontiert den Zuschauer mit der Geschichte eines psychisch kranken Mannes, der Schwierigkeiten hat, sich in der Realität unserer Welt zurechtzufinden, stattdessen in seiner eigenen inneren Welt, seinen Erinnerungen und Trugbildern gefangen bleibt.
Die psychoanalytische Interpretation des Films wird v.a. dadurch herausgefordert, dass allein die subjektive Wahrnehmungsrealität des Protagonisten im Film zur Darstellung kommt. Bis zuletzt bleibt offen, was historische Wahrheit, wirkliches Ereignis in der Vergangenheit gewesen sein könnte – oder ob die Bilder nicht doch ausschließlich Phantasien sind, welche Erinnerung und Realität immer wieder verzerren. Der Zuschauer selbst wird verwirrt, in ihm wird die Angst provoziert, nicht mehr zwischen Realität und Fiktion unterscheiden zu können. Dabei geht es auch um ödipale Liebe und Hass, Todeswünsche und Mordimpulse, Aufspaltung des männlichen Frauenbildes in Mutter und Hure – klassische Themen der Psychoanalyse, denen der Zuschauer hier auf eine ungewohnte Art ausgesetzt wi

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe wird Herr Dr. phil Dipl.-Psych. Helmut Däuker den Film vorstellen:
"Dogville"
von Lars von Trier, 2003,
am Sonntagnachmittag, 19.4.2009
im Filmhaus Saarbrücken, Mainzer Strasse 8
Der Film ‚Dogville’ zeigt, wie Bewohner eines kleinen Ortes einer von ihnen aufgenommenen, geheimnisvollen Flüchtigen gegenüber aus schwer nachvoll-ziehbaren Gründen immer bösartiger werden. Diese, die ebenso attraktive wie selbstlose Grace wiederum begegnet dem mit einer kaum erträglichen Hingabe und Verständnisbereitschaft. Der Film macht deutlich, welches Gewaltpotential bedrohter Identität innewohnt, selbst oder gerade dann, wenn diese Bedrohung in Gestalt einer Verführung durch das Gute auftritt. ‚Dogville’, ein Lehrstück über die Arroganz des Guten?
Herr Dr. Däuker ist Diplom-Psychologe und Psychoanalytiker mit eigener Praxis in Mannheim. In zahlreichen Veröffentlichungen hat er sich mit psychoanalytischen und kulturtheoretischen Themen befasst, u.a. das Buch ‚Bausteine einer Theorie des Schmerzes’ publiziert.

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe wird Frau Dr.med. Edeltraud Tilch-Bauschke,
Ärztin für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Psychoanalytikerin und Lehranalytikerin am Heidelberger Institut für Psychoanalyse (DGPT) den Film
Lucía und der Sex von Julio Médem
am Sonntag, 1.3.2009, 16.00 Uhr,
im Filmhaus Saarbrücken, Mainzer Strasse
vorstellen und unter psychoanalytischen Gesichtspunkten besprechen.
Der aus dem Baskenland stammende Kultregisseur Julio Medem hat einen unverkennbaren künstlerischen Filmstil entwickelt, der durch symbolträchtige, mythische und poetisch-sinnliche Filmbilder sowie komplexe, verflochtene Hand-lungsstränge charakterisiert ist. Die Filminterpretation versucht, die kunstvoll verstrickten, manchmal auch chaotischen Handlungsfäden zu entwirren, indem der Film als Darstellung eines Traums interpretiert wird, dessen Bedeutungsinhalt sich mit den Mitteln der Traumdeutung erschließen und verstehen lässt. Dabei wird sowohl die Symbolik der filmischen Bilder analog zu Traumsymbolen ent-
schlüsselt als auch männliche erotische Phantasien und abgewehrte sexuelle Wünsche, die sich auf projektiv aufgeladene Frauenfiguren richten, gedeutet.

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe wird Frau Dipl. Psych. Christine Pop den Film
"Eine andere Liga"
von Buket Alakus, 2005,
am Mittwoch, 21.1.2009, 20.00 Uhr
im Filmhaus Saarbrücken, Mainzer Strasse 8
vorstellen und unter psychoanalytischen Gesichtspunkten besprechen. Im Mittelpunkt der Betrachtungen werden vorwiegend entwicklungspsychologische Aspekte und die Fragen der Geschlechteridentität stehen. Es wird versucht werden, die Konflikte der Protagonisten und deren Verarbeitung nachzuvollziehen.
Der Film erhielt im Jahr 2005 den Publikumspreis beim Max-Ophüls-Festival in
Saarbrücken.

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe wird Herr Prof. Dr. Rainer Krause den Film
"Jeremiah Johnson" von Sydney Pollak
am Mittwoch, 3.12.2008, 20.00 Uhr
im Filmhaus Saarbrücken, Mainzer Strasse 8
vorstellen.
Der von Sydney Pollak 1972 als Regisseur und Robert Redford als Hauptdarsteller Jeremiah Johnson geschaffene Film fand vor allem in den USA, aber auch in Europa überaus positive Kritiken. Es war der erste Western, der auf den Filmfestspielen in Cannes gezeigt wurde. Grundlage für diesen Enthusiasmus war die ausgezeichnete Fotographie und die sehr beeindruckende Darstellung der Entwicklung des Zivilisationsflüchtlings Jeremiah. Er flieht aus unbekannten Gründen in Uniform vor dem mexikanisch-amerikanischen Krieg in die Wildnis der Rocky Mountains und wird dort nach vielen Prüfungen und Abenteuern zum 'mountain man', einer archetypischen Figur der amerikanischen Selbstvergewisserung. Auf diesem Wege findet er wieder zu sich selbst und wird wieder ein gefürchteter Krieger.
Die Kritik hatte damals schon festgestellt, dass es sich um einen Bildungsroman ohne Bildung handele. Das plot legt es nahe, es handle sich um die Darstellung eines unbewussten Wiederholungszwanges. Da es sich allerdings um die Verfilmung eines über die 'oral history' dokumentierten Lebens handelt, wird gezeigt, wie bereits das Drehbuch den Stoff so abändert, dass aus einem kannibalistischen Serienkiller ( Liver Eating Johnston) ein exemplarischer Held werden kann, der von der Lichtgestalt Robert Redford, der sich im Kampf gegen das Böse auch später einen Namen machen sollte , kongenial dargestellt wird.
Die Bedeutung der Glorifizierung der 'mountain men' als "a breed of heroes" wird vom Referent als eine der Schöpfungslügen der amerikanischen Selbstdefinition zu erklären versucht. Er hat während einer mehrjährigen Arbeit in den USA die Rocky Mountains , die Sierra Nevada und die heute noch lebenden 'mountain men and –women' lieben und bewundern gelernt.

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe wird Herr Dipl.Psych. Ulrich Moldenhauer den Film
WILDE ERDBEEREN von Ingmar Bergmann, Schweden 1957,
am Mittwoch, 12.11.2008, 20.00 Uhr
im Filmhaus Saarbrücken, Mainzer Strasse 8
vorstellen.
Im Mittelpunkt des Films steht der 78jährige Medizinprofessor Isak Borg, der sich mit seinem Wagen von Stockholm aus auf den Weg macht, um im Dom von Lund die Auszeichnung als "Doktor Jubilaris" zu empfangen. Auf dieser Reise besucht er , teils in der Filmrealität, teils in Träumen und Tagträumen, Stationen seines sich dem Ende zuneigenden Lebens. Die Konfrontation mit dem gelebten Leben und das Aufeinandertreffen mit an ihm interessierten Menschen ermöglichen es ihm, die großen Versäumnisse seines Lebens auf schmerzliche Weise zu erfahren und sie in sich zu einem versöhnenden Abschluss zu bringen.
Was macht ihn heute noch sehenswert?
Es ist einmal die Darstellung eines alten Menschen durch den bei Drehbeginn selbst 78jährigen Schauspieler und Regisseur Victor Sjöström, für den es in der Filmgeschichte wenig Vergleichbares gibt. Dann der vom Film, trotz einiger filmtechnischer Veränderungen in den letzten Jahrzehnten, immer noch ausgehende, schwer zu beschreibende Reiz , der diesem Wandlungs- und Selbsterfahrungsprozess anhaftet und den Betrachter in seinen Bann zieht.
Was kann die Psychoanalyse zum Verständnis des Films beitragen? Was stößt diesen "Selbstheilungsprozess" an? Wodurch wird er am Leben erhalten und schließlich zum versöhnlichen Ende geführt? Auf solche und ähnliche Fragen wollen wir in der anschließenden Besprechung nach Antworten suchen.
Der Film erhielt 1958 in Berlin den "Goldenen Bären" als bester Film.

Das Saarländische Institut für Psychoanalyse und Psychotherapie beginnt mit dieser Veranstaltung eine Kooperation mit Kollegen aus Mannheim und Heidelberg.
Im Rahmen der Veranstaltungsreihe wird Herr Dr. Rainer Reffert den Film mit der Preisträger/in des FRANZ HOFER PREISES DES FILMHAUSES
„Die Klavierspielerin“ (Michael Haneke, 2001)
am Sonntag, 26.10.08, 16:15 Uhr
im Filmhaus Saarbrücken, Mainzer Strasse 8
Michael Hanekes Film aus dem Jahre 2001 wird aus psychoanalytischer Sicht interpretiert. Dabei wird auf die symbiotische Beziehung zwischen der Pianistin Erika Kohut und ihrer Mutter, die ausgeprägte sadomasochistische Züge aufweist, fokussiert. Es wird psychodynamisch untersucht,
Dabei wird die problematische Entwicklung der Tochter in Bezug auf ein sadistisches Über-Ich, eine unreife Psychosexualtität und ein fragiles Selbstwertsystem beschrieben. Schließlich wird die Verwendung der Musik im Film als Teil der Gesamtkonstruktion untersucht.
Der Referent, Dr. Rainer Reffert, ist Facharzt für Psychotherapeutische Medizin und Psychoanalytiker mit eigener Praxis in Mannheim seit 1990. Er ist spezialisiert in Psychotraumatologie und EMDR-Therapeut. Seine Arbeitsgebiete sind
‚Psychoanalyse und Film’ und ‚Psychoanalyse und Musik’.
Vortrag von Herrn Dr. med. Dipl.-Soz. Alf Gerlach am Montag, 4. Februar 2008, 19:00 Uhr, im Kino 8½, Nauwieser Str. 19, Saarbrücken.
Mit einer neuen Ringvorlesung im Wintersemester 2007/2008 setzen Universität und Landeshauptstadt ihre erfolgreiche Zusammenarbeit fort, Saarbrücker Wissenschaftler/innen einem größeren Publikum vorzustellen und der interessierten Öffentlichkeit vertiefende Einblicke in ein aktuelles Thema zu ermöglichen.
Die interdisziplinäre Vorlesungsreihe „Der gläserne Mensch“ diskutiert das Thema der immer größeren Durchleuchtungsmöglichkeit des Menschen in seiner Ambivalenz von Nutzen und Gefährdung aus der Perspektive der unterschiedlichen Fachbereiche der Natur- und Geisteswissenschaften. Sie informiert über aktuelle wissenschaftliche Forschungsansätze ebenso wie über neue Erkenntnisse aus der Praxis des Datenschutzes. Das komplette Programm ist unter der Homepage www.derglaesernemensch.org einzusehen.
Wir möchten Sie im Rahmen dieser Ringvorlesung zu einer Filmvorführung und Vortrag von Herrn Dr. med. Dipl.-Soz. Alf Gerlach
„Intimität als Gegenwehr. Ein psychoanalytischer Kommentar
zum Film „Die Truman Show“ von Peter Weir“am Montag, 4. Februar 2008, 19.00 Uhr,
im Kino 8½, Nauwieser Str. 19, Saarbrücken,
herzlich einladen.
Herr Dr. med. Dipl.-Soz. Alf Gerlach ist Vorsitzender des Saarländischen Instituts für Psychoanalyse und Psychotherapie, Dozent und Lehranalytiker.
Der Vortrag zum Film stellt das Thema der Intimität in den Mittelpunkt. Die Fähigkeit zur Intimität, zum Schutz der eigenen Privatsphäre, entwickelt sich in der Kindheit in einem Prozess, in dem innerpsychische Reifung mit psychosozialen Einflüssen verschränkt ist. Psychoanalytisch betrachtet ist diese Entwicklung mit der Herausbildung von Scham, Schuld und Verantwortung verknüpft. Das Erleben von Intimität und die Möglichkeit zur Intimität stellen innerpsychische Fähigkeiten dar, die wesentlich zur Individualität und Autonomie eines jeden Menschen gehören. Insofern kann Intimität auch zu einem Mittel der Abgrenzung gegen Übergriffe von außen, aber auch gegen die Faszination an der eigenen Selbstentblößung werden. Der Film nimmt das Thema einer totalen Überwachung des Individuums von Geburt an auf und zeigt, wenn auch in romantisch-verklärender Form, die Notwendigkeit von Abgrenzung und Schaffung einer eigenen Intimität als Voraussetzung für ein selbstbestimmtes Leben.

Am 21. Mai 2008 um 20:00h im Filmhaus: Yella, vorgestellt durch Frau Dipl.-Psych. H. Scheid-Gerlach und Frau Dipl.-Psych. C. Pop.
Yella von Christoph Petzold, ist ein Film, den Petzold seit 20 Jahren drehen wollte. Was C. Petzold uns zeigt, kann aus psychoanalytischer Sicht als eine Zusammensetzung von verschiedenen Strukturen gesehen werden, die ineinander verflochten sind: Primärprozess und Sekundärprozess - Eine Ebene der Realität: Zeitgeschichte und Gesellschaftskritik; eine Ebene der Emotionen: Enttäuschung, Gier, Macht, Verwechslung von Realität und Phantasie Die Ebene, die die Macht des Wiederholungszwangs spiegelt: wie Yella mit der inneren Realität ihrer Beziehungen zu Männern umgeht, die alle dem Wiederholungszwang entsprechend unglücklich verlaufen. Die Suche nach dem Glück-"Cairo" folgt demselben!
Wir erleben die enttäuschende Liebesbeziehung mit, die durch den "Dämon" Geld narzisstische, enttäuschende Wunden schlägt, so dass Trennung und aggressive Todeswünsche das Liebesleben kontaminieren. Wir spüren auch die Verführung aller Protagonisten durch das Ersatzobjekt Geld, das Rettung aus negativen Gefühlen bieten soll, die unbewusst geworden sind.
Der Lustgewinn oder das "Glück" der Personen besteht nicht mehr in der Gestaltung von guten menschlichen Beziehungen, sondern der "Kick" kommt aus Betrug und der Gier nach Geld. Im Film wird es nicht mehr deutlich, wo wir uns befinden, im Traum oder in der Realität. "Leben wir noch oder sind wir schon tot?"
Mit allen Transformationen und Verwechslungen, die der Film bietet, kommt eine Sicht unserer Welt zustande, die sich auch an dem neuesten aktuellen Börsengeschehen (Blase der Private Equity) mit erleben lässt.
Der mit dem Franz-Hofer-Preis 2007 prämiierte Darsteller Hinnerk Schönemann ist einer der Hauptdarsteller; Nina Hoss erhielt den Silbernen Bären als beste Hauptdarstellerin auf den 57. Filmfestspielen in Berlin.
Weitere Informationen zum Film Yella:

Frau Dipl.-Psych. Hanni Scheid-Gerlach richtet ihre psychoanalytischen Blick auf die Beziehungsgeschichten dieses Filmes. Sie hebt die Verarbeitung von Gefühlen, die beim heutigen Zeitgeist verloren zu gehen scheinen hervor, da dies nicht nur in einer Psychoanalyse - sondern auch im Alltag einen wesentliche Rolle bei der Lebensbewältigung spielen.
Freitag, 16.11.2007, voraussichtlich 20:00h
Filmhaus, Mainzer Straße, Saarbrücken
Anfangszeit bitte im aktuellen Programm überprüfen
"Wie im Himmel" - ein Film, der uns alle angeht, da er mit seinen Inhalten Lebensbewältigungen darstellt, die jeder von uns kennt, ob er sie mag oder nicht.
"Wie im Himmel" hatte seinen Start 2004 in den schwedischen Kinos und feierte großartige Erfolge. Auch hier im Saarland ist er ein Publikumsliebling seit 2 Jahren. Aus psychoanalytischer Sicht bietet "Wie im Himmel" vielen Menschen die Möglichkeit sich mit den dort dargestellten Versuchen der verschiedensten Gefühlsbewältigungen zu identifizieren. Die großen Gefühle im Film fordern den Betrachter heraus, wobei auch negative Reaktionen entstehen können, die wir psychoanalytisch eher als Abwehrbewegung, gegen das "Berührtwerden", aus Angst vor intensiven Gefühlen, verstehen könnten. Beim Sehen des Filmes entstehen im Betrachter innere "Antworten auf den Film", wobei diese Antworten Resultat des seelischen Verarbeitens des Betrachters selbst sind: er schaut durch seine eigene innere "Brille".
Da der Film sich mit wichtigen Lebensfragen beschäftigt, ist er zum Teil mit einem psychoanalytischen Prozeß vergleichbar. Im Unterschied zur Therapie, in der man sich selbst zum Mittelpunkt des psychoanalytischen Prozesses macht, bleibt man als Betrachter in der Rolle des Zuschauenden, aber nur zu einem Teil in der Rolle des sich selbst Analysierenden. Vielleicht erschließt sich hierüber die außerordentliche Faszination, die der Film auf die Zuschauer ausübt und den großen Erfolg des Films erklärt.
Dipl.Psych. Hanni Scheid-Gerlach
Psychoanalytikerin
Frau Dipl.-Psych. Christine Pop, wird den Film Tango Lesson (Drehbuch und Regie Sally Potter, 1997) vorstellen. Die Veranstaltung findet statt am Mittwoch, 9. Mai 2007, voraussichtlich 20.30 Uhr (wegen der Anfangszeit beachten Sie bitte die aktuelle Tagespresse.) Ort: Filmhaus Saarbrücken, Mainzer Str. 8, Saarbrücken.
Frau Dipl.-Psych. Christine Pop wird aus psychoanalytischer Sicht u.a. auf spezifische Aspekte von Kreativität und künstlerischer Produktivität, sowie auf psychodynamische und strukturelle Grundlagen in der entstehenden Paarkonstellation eingehen. Dabei werden auch wesentliche Erfahrungs- und Erlebnisbereiche der psychosexuellen Entwicklung dazu in Bezug gesetzt.
Herr Dr. med. Dipl.-Soz. Alf Gerlach wird den Film "Alien" (Regie: Ridley Scott, 1979) vorstellen. Die Veranstaltung findet statt am
Mittwoch, 14. Februar 2007, voraussichtlich 19.30 Uhr im Filmhaus Saarbrücken, Mainzer Str. 8, Saarbrücken.
Dieser erste „Alien“-Film von 1979 ist bis heute ein Klassiker des Science-Fiction-Genres geblieben. Die Figur des „Alien“, vom Schweizer Künstler H.R. Giger übernommen, transportiert zwar zunächst das Unheimliche, Fremde als eine außer-menschliche Angstquelle, die Horrorwirkung des Films verdankt sich aber der subtil vermittelten Botschaft, dass menschliche Eigenschaften wie Gier, Raffsucht und Rivalität eigentliche Ursprünge des Bösen sind. Eine psychoanalytische Sicht auf den Film kann auch nicht verkennen, dass er den Zuschauer in besonders viele kindliche Phantasien über das Sexuelle zieht, die an damit verknüpfte unbewusste Ängste rühren.
Dr. med. Dipl.-Soz. Alf Gerlach ist Psychoanalytiker in eigener Praxis in Saarbrücken.
Frau Dipl.-Psych. Christine Pop, wird den Film "Spygame" (Regie Tony Scott, 2002) vorstellen. Die Veranstaltung findet statt am
Mittwoch, 06. Dezember 2006, voraussichtlich 20.15 Uhr im Filmhaus Saarbrücken, Mainzer Str. 8, Saarbrücken.
Frau Diplom-Psychologin Christine Pop wird unter Berücksichtigung psychoanalytischer Konzepte auf inhaltliche Aspekte des Filmgeschehens und deren technisch-stilistische Umsetzung in ihrer Bedeutung/Wirkung auf die Zuschauer eingehen.
U.a. wird auf die Qualität handlungsleitender Überzeugungen und den Bedingungen für deren mögliche Veränderungen auf dem Hintergrund innerer und äußerer Konflikte der Protagonisten Bezug genommen. Ausgangspunkt der Erörterungen werden also zunächst strukturelle Aspekte/ Über-Ich Konflikte sein.
Frau Dipl.-Psych. Ute Mengele und Frau Dipl.-Psych. Eva Theobald stellen den Film
"Der Mann ohne Vergangenheit"
vor. Die Veranstaltung findet statt am
Mittwoch, 08. November2006, 19.30 Uhr
im Filmhaus Saarbrücken, Mainzer Str. 8, Saarbrücken.
Im Film „Der Mann ohne Vergangenheit“ beschäftigt sich Kaurismäki mit einem in der Filmgeschichte vielfach inszenierten Thema, dem Verlust der Identität. Ein Mann verliert durch einen brutalen Überfall sein Gedächtnis und damit die gesamte Grundlage seiner Existenz.
Der Protagonist findet eine Welt der Solidarität und Menschlichkeit vor, die ihm hilft erlittene Traumata zu überwinden und ein neues Leben zu beginnen. Auf der Handlungsebene entwickelt sich eine scheinbar widerspruchsfreie und simple Geschichte, wie im Märchen wendet sich alles zum Guten, in der Containerwelt, wo M. sein neues Leben beginnt, lässt Kaurismäki die Konflikte aus: Triebwünsche, Impulse, Beziehungskonflikte etc. scheint es nicht zu geben. Beim Versuch der genaueren Betrachtung scheinen sich diese „Leerstellen“ im Betrachter zu etablieren, der sich durchaus im Konflikt mit eigenen Sehnsüchten und dem Realitätsprinzip sieht.
Kaurismäki zielt offensichtlich auf diese ubw. Sehnsüchte und bringt den Betrachter dazu, die Konflikte einerseits verstärkt wahrzunehmen und sie andererseits in eine feindselige, neidvolle, unmenschliche - reale - Außenwelt zu externalisieren.
Der Betrachter fühlt sich ähnlich verwirrt, wie M. sich eigentlich fühlen müsste. Wir wollen versuchen zu verstehen, in welche Art von Beziehung der Zuschauer beim Betrachten des Films hineingezogen wird.

Herr Dipl.-Psych. Dietmar Seel stellt, unter Mitarbeit von Frau Dipl.-Psych. Manuela Münzer-Schrobildgen, den Film "Orlacs Hände" vor. Die Veranstaltung findet statt am
Mittwoch, 04. Oktober 2006, Anfang ist ausnahmsweise um 20.15h, im Filmhaus Saarbrücken, Mainzer Str. 8, Saarbrücken.
Der Stummfilm wird von dem Pianisten Stefan Münzer live begleitet und interpretiert.
Der Pianist Orlac verliert bei einem Unfall seine Hände. Neue Hände werden transplantiert, und er glaubt, die Hände eines Mörders erhalten zu haben.... Das Werk von Robert Wiene erscheint wie ein nicht enden wollender Alptraum voller mörderischer Impulse, Angst und Verzweiflung, dem der Protagonist scheinbar nicht entkommen kann. Der Film visualisiert die Auseinandersetzung des Protagonisten mit unbewusstem triebhaften Geschehen. In diesem Sinne kann der Film u.a. als Darstellung eines Trauminhaltes betrachtet werden.
1924 kam der Film erstmals in die Kinos, im Vorjahr hatte Freud mit "Das Ich und das Es" seine Strukturtheorie veröffentlicht. Es war eine Zeit, in der die Kunst und das Kino sich vermehrt mit der Psychoanalyse auseinander setzte, sich ihrer Ideen bediente und diese Ideen mit expressionistischen Stilmitteln auf die Leinwand brachte. Neben der analytischen Interpretation dieses "Traums von einer traumatischen Erfahrung, die die Struktur einer Persönlichkeit zu zerstören droht", ist der Film somit auch als Dokument der Blüte- und Entwicklungszeit der Psychoanalyse interessant. Der Traumdeutung, psycho-analytischer Strukturtheorie und Traumabewältigung wird somit die Aufmerksamkeit gelten.

Herr Dr. Gerhard Scheffler (Heidelberg) als Gastreferent auf besondere Einladung der VAKJP Saar/RLP, den Film "Crazy" von Hans Christan Schmid (2000) vorstellen.
Die Veranstaltung findet statt am Mittwoch, 21. Juni 2006, 20.00h, im Filmhaus Saarbrücken, Mainzer Str. 8, Saarbrücken.
Das Buch des damals 16jährigen Benjamin Lebert wurde inzwischen in 33 Sprachen übersetzt und ist überaus erfolgreich. Pubertät und Adoleszenz, der schmerzhafte Fall aus der Kindheit, die Initiation in eine Erwachsenenwelt durch die Bewältigung der damit verbundenen Entwicklungsaufgaben sind Thema des Films. Im Prozess der Reifung spielen dabei das Erwachen eines ersten erotischen Interesses, gewinnen Geschlechter- und Generationsunterschiede an Konturen. Der Film stellt dies anhand einer Heldenreise dar. Das Erleben des Helden spielt in vielen Jugendlichenbehandlungen eine zentrale Rolle. Herr Dr. Scheffler wird sich auf Grundlage des Verständnisses der analytischen Psychologie C.G. Jungs mit der Bearbeitung dieses Themas im Film auseinandersetzen.

Am 6. Mai 2006 jährt sich zum 150. Mal der Geburtstag Sigmund Freuds, des Begründers der Psychoanalyse. Aus diesem Anlass wollen wir die Reihe "Psychoanalytiker stellen Filme vor" im Mai mit einer kurzen Begrüßungsansprache durch Dr. med. Dipl.-Soz. Alf Gerlach eröffnen, in der an die besondere schöpferische Leistung S. Freuds, aber auch an seine Vertreibung durch die Nationalsozialisten erinnert werden soll.
Anschließend stellt Dipl. Psych. Christine Pop den Film "Das Zimmer meines Sohnes" vor, in dem ein Psychoanalytiker in seiner täglichen Arbeit mit Patienten, aber auch in seinen privaten Bezügen die Hauptrolle spielt. Es geht dabei v.a. um das Verarbeiten von Verlusten, hier den Unfalltod eines Sohnes, und die dabei unvermeidlichen Momente von Schreck, Entsetzen, Fassungslosigkeit, Verleugnung sowie das Auftreten von heftigen Schuldgefühlen, welche die Integrität des Einzelnen, aber auch seiner sozialen Beziehungen bedrohen. Dieses Schicksal teilen alle Menschen, eben auch Psychoanalytiker, und der Film bietet hierfür auch keine fertige Lösung, deutet höchstens Verarbeitungsmöglichkeiten an.
Dieser Zugang versucht die Ubiquität des Unbewußten in den Mittelpunkt zu stellen, dem Psychoanalytiker ebenso unterliegen wie Patienten. Die Psychoanalyse zeigt hier ihr Potential zum Verständnis allgemein psychologischer Phänomene und nicht nur als Krankheitslehre und als Theorie der Psychopathologie.
Mittwoch, 17. Mai 2006, 20.00 Uhr
Filmhaus Saarbrücken, Mainzer Str. 8, Saarbrücken.
| Datum | Titel | Regie | Referent/ in |
|---|---|---|---|
| 26.04.06 | Breaking the Waves | Lars von Trier | Dipl.-Psych. U. Fissabre, Dipl.-Psych. U. Fuchs |
| 15.03.06 | Die Blindgänger | Bernd Sahling | Dipl.-Psych. H. Scheid-Gerlach, B. Kerff (Analytische Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin) |
| 15.02.06 | Das Schweigen der Lämmer | Jonathan Demme | Dr. med. Dipl.-Soz. A. Gerlach |
| Datum | Titel | Regie | Referent / in |
|---|---|---|---|
| 07.12.05 | Gegen die Wand | Fatih Akin | Dipl.-Psych. K. Tekdemir, Dipl.-Psych. U. Mengele |
| 09.11.05 | Collateral | Michael Mann | Dipl.-Psych. U. Moldenhauer |
| 28.09.05 | 1/2 Miete | Marc Ottiker | Dipl.-Psych. C. Pop |
| Datum | Titel | Regie | Referent/ in |
|---|---|---|---|
| 08.06.05 | The Hours | Stephen Daldry | Dipl.-Psych. G. Schiefer |
| 11.05.05 | Alles über meine Mutter | Pedro Almodovar | Dipl.-Psych. S. Cremer, Dipl.-Psych. U. Fuchs |
| 13.04.05 | Hero | Zhang Yimou | Dr. med. Dipl.-Soz. A. Gerlach |
Donnerstag, 23.09.2004, Beginn 19:30 Uhr und Samstag, 10.07.2004, Beginn 14:00 Uhr: Vorführung und Diskussion eines 2-teiligen Films über Marie Bonaparte und Freud mit dem Titel "Die Prinzessin". Die Filmvorführung wird im SIPP stattfinden.
Samstag, 9. Oktober, 14:00 - 15:30h in den Räumen des SIPP: Dr. Gerhard Schneider (Mannheim) referiert über "Möglichkeiten psychoanalytischer Filmbetrachtung." Herr Dr. Schneider hat in Mannheim/Heidelberg wesentlich am Aufbau der dortigen Reihe "Psychoanalytiker stellen Filme vor" mitgewirkt und wird, auch anhand von Videobeispielen, in die Arbeit einführen.
Donnerstag, 30. September 2004 in Heidelberg im Gloria-Kino, Hauptstr. 146: Dr. Alf Gerlach stellt den Film vor "Die Rote Laterne" von Zhang Yimou
Die Heidelberger Institute veranstalten zusammen mit dem Cinema Quadrat Mannheim vom 12.-14.11.2004 ein Sonderseminar zu Holocaustfilmen.