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Veröffentlicht am: Montag, 23. Februar 2015 -- Konferenzen

62. Jahrestagung der VAKJP: "Die (Un-) Fähigkeit zum Alleinsein"

Zwischen Vernichtungsangst und Geborgenheitsgefühl. 1.-3. Mai 2015, Saarbrücken, Congresshalle

Die Jahrestagung der Vereinigung Analytischer Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeuten findet 2015 in Saarbrücken statt. (Veranstaltungsprogramm und organsiatorische Hinweise, PDF).

Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Gäste,

die Fähigkeit zum Alleinsein wird von Winnicott als eines der wichtigsten Merkmale der Reife in der emotionalen Entwicklung beschrieben. Sie zeigt sich bei Kindern in der Fähigkeit zum konzentrierten, ruhigen Spiel, später zum lustvollen Lernen und Arbeiten oder auch in der Fähigkeit zu symbolisieren, zu mentalisieren und über sich und andere nachzudenken.

Der Erwerb dieser Fähigkeit beruht auf einem Paradoxon, denn wirklich genussvolles Alleinsein ist nur möglich im Beisein eines Anderen das heißt eines sicheren inneren Objekts.

Gelingt dies nicht, erleben wir Ruhelosigkeit oder autistischen Rückzug, somatische Ausdrucksformen sowie hektisches, ungerichtetes Spiel, das weder auf einen Gegenstand noch auf die anwesende Person bezogen ist.

Kinder, die früh verlassen und/oder vernachlässigt wurden, haben in der Regel kein sicheres und haltendes Objekt erlebt, das ihre Bedürfnisse ausreichend befriedigen konnte, indem es beruhigt, tröstet, nährt und angemessen stimuliert.
Wenn die Differenzierung von Selbst- und Objektrepräsentanzen nicht gelingt und die Fähigkeit zur Objektkonstanz, zur Symbolisierung und zur Mentalisierung nicht erworben werden kann, droht die Überflutung durch existentielle Angst vor Vernichtung, die je nach theoretischem Hintergrund in der Fachliteratur als unvorstellbare Angst (Winnicott), namenlose Angst (Bion) oder oknophile bzw. philobatische Angst (Balint) beschrieben wird.

Anknüpfend an die Tagung 2014 mit dem Thema AngstLust - die sich thematisch eher mit den sogenannten reiferen Ängsten und Störungsbildern befasste - wollen wir uns nun mit den frühen, existentiellen Ängsten, deren Abwehrformen, Ausdrucksweisen und Behandlungsmöglichkeiten auseinander setzen.

Wir laden Sie ein, sich mit Ihren Erfahrungen und Ihrem Fachwissen an der Diskussion zu beteiligen und hoffen auf eine anregende Zeit in Saarbrücken.

Uwe Keller / Helene Timmermann
Vorsitzender der VAKJP / für die Tagungsvorbereitungsgruppe


Bitte beachten!

Teilnahme an den AG`s:
Grundsätzlich ist festgelegt, dass die AG´s nur von VAKJP und DGPT Mitgliedern besucht werden können.  Dies können wir auch nicht grundsätzlich ändern. Es besteht jedoch die Möglichkeit z.B. für Psychoanalytiker anderer Verbände oder für Ausbildungskandidaten an psychoanalytischen oder tiefenpsychologischen Instituten  die jeweiligen Leiter der AG´s persönlich anzusprechen, ob eine Teilnahme möglich ist. Das dürfte dann in der Regel kein Problem sein. Wir werden dies entsprechend an die AG-Leiter kommunizieren.